Im Mai besuchte das Projektteam mehrere innovative schweinehaltende Betriebe in Bayern und Sachsen. Ziel war es, Anregungen und Erfahrungen für die Entwicklung regionaler Qualitätsstandards des „Brandenburger Bio-Schweins“ zu sammeln.
Erste Station war der Biohof May in Bayern. Der Familienbetrieb überzeugte uns insbesondere durch sein Fütterungskonzept mit hohem Raufutteranteil, der sogenannten „Heulage“ aus einer Luzerne-Mischung. Ebenfalls beeindruckend: Ein selbst entwickelter Futterautomat, den die Schweine über einen Schieber mit dem Rüssel bedienen, um so dem natürlichen Wühl- und Fressverhalten der Schweine möglichst nahe zu kommen.
Anschließend führte die Exkursion zur Waldweide der Eichelschwein GmbH. Beim Spaziergang über die weitläufigen Flächen konnten wir eine ausgesprochen tiergerechte und extensive Form der Schweinemast kennenlernen. Die Endmast der Tiere findet zwischen Eichen und Hainbuchen im lichten Hutewald der Gemeinde Iphofen statt. Und es stimmt: „Der beste Schinken wächst unter den Eichen“.
Auf der Rückreise besuchten wir die Genießergenossenschaft Sachsen und deren „Omega-3 Schweine“. Besonders spannend war hier das durchdachte Gesamtkonzept mit einem hohen Leinschrotanteil in der Fütterung, einem neu gebauten Tierwohlstall sowie der direkt angeschlossenen Schlachtstätte. Die optimierte Fütterung, die kurzen Wege zwischen Haltung und Schlachtung sowie eine längere Mast tragen hier zu einer hohen Produktqualität bei.
Die Exkursion hat wertvolle Impulse für das „Brandenburger Bio-Schwein“ geliefert – insbesondere mit Blick auf Fütterungskonzepte, Tierwohl, Verarbeitung und regionale Vermarktung. Wir danken allen besuchten Betrieben und ihren Betriebsleitern herzlich für den offenen und ehrlichen Austausch sowie das wertvolle Fachwissen, das wir dabei mitnehmen konnten.